Vitamin D und der Weg zurück zum Licht

Vitamin D Mangel aus ganzheitlicher Sicht

Jetzt ist sie wieder da, die dunkle Jahreszeit. Die letzten Wochen haben eine spürbare Veränderung gebracht. Viel schneller ist es dunkel jetzt und viel später wird es hell – zur Zeit 10-12 Minuten/Woche. Wir sind alles lichtabhängige Wesen und daher ist es kein Wunder, dass uns oft schlapp und müde fühlen. In unserer Zirbeldrüse steigt die Melatoninproduktion. Das macht uns schlafbereit und kann auf die Stimmung drücken.

 

Vitamin D und Krankeiten

Auch in unseren Zellen fehlt das Licht. Offensichtlich benötigt jede einzelne Zelle genügend Licht, um richtig funktionieren zu können. Wenn man die wissenschaftlichen Arbeiten studiert, stellt man fest, dass es kaum eine Krankheit oder Störung im Körper gibt, die nicht in Zusammenhang mit zu geringer Sonnenbestrahlung steht. Dabei scheint Vitamin D eine viel größere Rolle zu spielen, als bisher angenommen. Es wirkt als Immunbooster und die Liste der Krankheiten, die mit Vitamin D-Mangel in Verbindung gebracht werden, reicht von Allergien, Asthma, Di­abetes, Auto-Immunerkrankungen wie Multiple Sklerose, Lupus und rheumatoider Arthritis, Schuppenflechte, Nieren- und Lungenerkran­kungen, Tuberkulose, Morbus Crohn, Reizdarm, Colitis ulcerosa, Bluthochdruck,  Herzerkrankungen, Übergewicht, verschiedene Krebsarten, Karies, Parkinson, Schlaganfall bis zu Schwangerschaftskomplikationen, Mens­truationsbeschwerden, prämenstruelles Syndrom und mehr.

 

Fast jeder Zweite betroffen

In unseren Breitengraden ist nach neueren Ergebnissen fast jeder 2. betroffen. Da die Symptome eines Mangels sehr unbestimmt sein können, sind sie schwer zu erkennen. Häufig bestehen auch psychische Symptome wie Erschöpfung, Antriebsarmut und depressive Stimmungslage.

Vitamin D wird in der Haut als Vorstufe durch Einwirkung des ultravioletten Lichts der Sonne gebildet. In den Zellen wird es dann aktiviert. Dazu braucht es eine gewisse Intensität und Länge der Bestrahlung, um durch den UVB-Anteil des Sonnenlichts die inaktiven Vorstufen des Vitamin D zu aktivieren. Diese Bedingungen sind in den Herbst- und Wintermonaten nicht mehr gewährleistet. Daher gibt es eine natürliche Senke im Vitamin D- Spiegel, der normalerweise durch Abgabe des Vitamins aus den Fettspeichern überbrückt werden kann. Wenn allerdings – wie wir das auch in unserer Praxis häufig sehen – auch über die Sommermonate keine genügend hohe Bildung von aktiven Vitamin D erfolgt, dann kann dieser Mechanismus nicht greifen.

 

Vitamin D aktiviert Gene

Streng genommen ist 25-Hydroxy-Vitamin-D3, wie die aktive Substanz bezeichnet wird, kein Vitamin, denn es kann vom Körper selbst gebildet werden. Auch aus der Nahrung kann es aufgenommen werden (zB Lachs oder Makrele). Allerdings ist die Chance, aus der Nahrung genügend Vitamin aufzunehmen, eher klein, denn man müsste Unmengen an Milch ( ca. 22 Ltr. ) oder Fisch zu sich nehmen (drei- bis fünfmal pro Woche). Vitamin D wirkt als Hormon, steuert und reguliert über Rezeptoren bestimmte Aktivitäten an den Zellen und an den Genen. So reguliert es die Calciumaufnahme in den Knochen, der dadurch fest, aber auch elastisch bleibt. Darüber hinaus agiert es im Zellkern als lichtgesteuerter Aktivator von Genen. Vitamin D wird so zum verlängerten Arm der Sonne in der Zelle. Man kennt heute schon 1000 Gene, die durch Vitamin D aktiviert werden. Damit das alles funktioniert, sollte der Wert für 25-Hydroxy-Vitamin-D3-Wert bei mindestens 50 ng/ml liegen.

 

Wo liegen die Ursachen für Vitamin D- Mangel?

Natürlich tragen wir mit unserer Lebensweise selbst auch zu Mangelerscheinungen bei. Man weiß, dass es ausreicht, jeden Tag täglich zehn bis fünfzehn Minuten wenigstens Arme und Gesicht der Sonne auszusetzen, wobei auf Lichtschutzcremes verzichtet werden muß, denn die blockiert die Aufnahme. Schon ab Faktor 10 kommt so gut wie nichts mehr an UVB-Strahlung durch. Die Angst, dass wir ohne Lichtschutzfaktoren zwangsläufig Krebs bekommen werden, können wir getrost beiseite schieben. Dazu gehört schon mehr als nur Sonnenlicht. Man sollte sich also mehr an der frischen Luft draußen aufhalten und sich dabei bewegen.

Von jeher weiß man um den überaus positiven Effekt der aufgehenden Sonne. Es empfiehlt sich, so viel wie möglich, Morgensonne zu tanken. Im Yoga gibt es viele Techniken, um die frühen Sonnentrahlen zu nutzen. Es geht dabei nicht nur um die körperlichen Effekte, sondern auch um Reinigung und Klärung sowie Stärkung der Energiekanäle mit dem Ziel, insbesondere das Dritte Auge zu aktivieren und dem Yogi den Weg zur Erleuchtung zu ebnen.

 

Sonne und Bewusstein

In vielen Kulturen, wie die der Inkas, der Ägypter, aber auch in der lebendigen Kultur Indiens kommt der Sonne eine zentrale Bedeutung bei der Entwicklung des Bewusstseins zu. Sie wird als Quelle des universellen Bewusstseins betrachtet, aus der alle Schöpfung entspringt. Wenn man sich der Sonne zuwendet, bedeutet es daher in diesem Kulturen gleichzeitig, sich Gott zuzuwenden. Der zentrale Weg, um sich mit Gott zu verbinden, war, das Licht der Sonne in der Seele aufzunehmen.

“Das Licht ist zu schmerzhaft für jemanden, der im Dunkeln bleiben möchte”. Eckhart Tolle

Was aber, wenn man allergisch geworden ist gegen dieses Licht – wie nicht wenige Menschen hierzulande, die unter einer Sonnen-“Allergie” leiden. ( Eine echte Sonnenallergie ist zum Glück höchst selten, in den meisten Fällen handelt es sich um eine Unverträglichkeit, die abhängig ist von der Zeit und der Dosis ).

 

Der Weg zum Licht führt durch die Dunkelheit

Licht löst Reaktionen aus, nicht nur auf der Haut oder im Körper. Wenn jemanden ein Licht aufgeht, dann versteht er etwas. Er sieht oder versteht etwas, was vorher nicht zu sehen oder zu erkennen war. Solche Erkenntnisse können durchaus auch schmerzhaft sein, insbesondere dann, wenn man erkennt, wie sehr man sich selbst verletzt hat mit bestimmten Gedanken oder Taten und was alles an Liebe und Freude möglich gewesen wäre. Vor diesen Erkenntnissen fürchten sich viele.

Gott oder das Licht in jedem von uns liegt im Innen, umgeben von den Schichten aus Schmerz und Leid, durch die wir erst hindurch müssen, um das Ziel zu erreichen. Wer Schlimmes erlebt hat, der glaubt nicht mehr an einen lieben Gott und für den bedeutet Licht von außen erst einmal unbewusst eine Gefahr, denn es beleuchtet zunächst diese dunklen, leidvollen Schichten, über die so sorgsam der Deckel gepackt wurde, um weiter existieren zu können.

 

Das Licht, das den Weg erhellt

Deshalb braucht es auf dem Weg als Seele auch einen Guide. Nicht umsonst hatten alle großen bekannten Meister selbst einen Meister. Man braucht eine Hand, die man ergreifen und an der man sich halten kann. Und ein helles geistiges Licht, dass einem durch Klarheit bei der Navigation durch den Dschungel der unbewussten Glaubensmuster und Ängste hilft. Das kann nur jemand, der den Weg als Mensch selbst erfolgreich gegangen ist und daher als eine Brücke des Vertrauens dienen kann. Jemand, der nicht wertet und einen durch den Schmerz hindurch hilft.

Dies jedoch hat in unserer Kultur keine Tradition und deshalb regiert die Angst. Wir wachsen nicht auf im Bewusstsein, Seele zu sein, die es zu entfalten gilt. Wir werden nicht dazu erzogen, an unsere Größe, an unsere Möglichkeiten zu glauben, sondern dazu, zu funktionieren. Und so haben wir Strategien entwickelt, das Licht in uns klein zu halten und somit den inneren Ängsten aus dem Weg zu gehen.

Aber die Zeit des Erwachens hat begonnen. Es ist das Zeitalter der Seele und mit dem Licht von oben aus der Sonne tauchen überall neue wissenschaftliche Erkenntnisse auf, die uns helfen, die Kanäle dafür auch in unserem Körper wieder zu eröffnen. Es lohnt sich also, den Vitamin D Spiegel einmal beim Arzt testen zu lassen.

 

Herzliche Grüße

Ihre

Annette

Mehr Infos zu Vitamin D: www.zentrum-der-gesundheit.de,
BioMedical Center
Grafik: Dr. Constanze Herrmann

 

 

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Über Dr. med. Annette Herrmann

arbeitet zusammen mit ihrer Schwester Dr. Constanze Herrmann als Ärztin für Allgemeinmedizin in ihrer Praxis für Ganzheitliche Medizin. 2013 gründete sie zusammen die Schule der Heilkunst und lehren dort altes und neues Wissen zur Heilung und Selbstheilung. www.praxisfuerganzheitlichemedizin, www.schulederheilkunst.de

2 Kommentare

  1. Ich hätte nie gedachte, dass Vitamin D so wichtig ist und das man so leicht einen Mangel bekommen kann. Bei mir war es nach der Geburt meines Kindes. So sehr war ich mit dem Baby beschäftigt, dass ich kaum rausgegangen bin und dann noch der Haushalt… Die Symptome wurden immer mehr und dann konnte ich tagelang kein Auge mehr zudrücken und hatte nur noch Depressionen. Ich habe dann mal recherchiert und mir dann Vitamin D genommen. Ich war auch beim Hausarzt und der meinte, es sei keine klassische Depression, sondern der Vitamin D-Mangel wäre dafür verantwortlich… Es ist unglaublich wie sehr das Tageslicht wichtig ist und welchen Einfluss es auf den Körper hat!!

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